

Dagmar Stelzer
VIER FRAGEN AN EINE VIELSEITIGE KÜNSTLERIN
Welche Impulse oder Erfahrungen sind der Ausgangspunkt deiner künstlerischen Arbeit mit Papier?
Die Fragilität und zugleich Widerstandskraft des Materials Papier finde ich ungeheuer spannend. Papier ist verletzlich, es kann reißen, knittern, altern. Faszinierend ist auch die Möglichkeit dem Dargestellten eine 3. Dimension zu geben, in den Raum hineinzuarbeiten.
Kannst du deinen Arbeitsprozess beschreiben – von der ersten Idee bis zum fertigen Werk?
Der Prozess beginnt immer mit einer klaren Idee. Man muss bedenken, dass bei dieser Art der Papierbearbeitung immer eine Form notwendig ist – diese wird meist aus Ton geformt. Darüber wird Chinapapier in vielen Schichten gelegt und geklebt, gestaltet. Nach Fertigstellung wird die Form entfernt und so entsteht ein fragiles, federleichtes, transparentes Papierobjekt.
Welche Einflüsse spiegeln sich in deinen Arbeiten wider?
Meine Arbeiten haben narrativen Charakter, ich erzähle eine Geschichte, sende eine Botschaft. Zum Beispiel die Serie DEEP SEA, bestehend aus einem Video und 10 Papierarbeiten, soll auf die Ausbeutung der Meere und auf den katastrophalen Umgang mit der Natur aufmerksam machen. Meine letzte Arbeit „Brautschleier“ ist ein Zusammenspiel von romantischer Ästhetik und tödlicher Bedrohung. Es konfrontiert uns mit der Realität von Femiziden: Taten unter dem Versprechen ewiger Liebe.


Brautschleier
Du kuratierst die Ausstellung mit dem Titel ‚Murphy’s Law‘ –was erwartet die Besucher der Ausstellung?
„Murphy’s Law“ beschreibt ja die Idee, dass alles, was schiefgehen kann, auch schiefgeht. Der Titel spielt mit dieser Offenheit für das Unkontrollierbare – und verweist darauf, dass Fehler nicht nur unvermeidlich, sondern auch schöpferisch sein können. Die 14 teilnehmenden KünstlerInnen haben sehr unterschiedliche Zugänge zu dem Thema gewählt – es wird spannend!